visit PALESTINE

Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut.               BLAISE PASCAL

Hallo ihr Lieben

doch ein bisschen später als angekündigt hier nun mein letzter Blogeintrag mit dem sehr wichtigen Thema Palästina.

Für mich gehört zu meinem Jahr in Israel auch Besuche in Palästina. Vor allem Begegnungen, Gespräche und Freundschaften, welche ich mit Palästina verbinde, haben mein Jahr wohl sehr geprägt.

Meine erste Reise in die Westbank ging nach Jenin was mit dem Auto 20 Minuten von Afula entfernt ist. Ich hab mich also mit Anja, Jenn, Salo und Nazim einem Freund von uns auf den Weg gemacht. Als es los ging war ich sehr aufgeregt vor allem als es auf den Ceckpoint zu ging.

Warum war ich aufgeregt?

Natürlich hat man vieles über Palästina gehört und leider auch vieles beunruhigende und nicht wirklich positives. Auch haben andre Volos genau an diesem Jackpoint eine Schießerei mitbekommen und durften die Grenze nach Israel erst mal nicht passieren.

Doch all meine Ängste waren umsonst! Dieser erste Besuch war super schön alle Leute waren sehr lieb und offen. Zum Glück hatten wir Nazim dabei, da nicht viele Menschen Englisch konnten, Hebräisch in Palästina keine gute Idee ist und wir kein Arabisch sprechen konnten.

Als wir so durch die Straßen gelaufen sind war es als wäre ich in einer komplett anderen Welt. Alles war voll mit Menschen überall waren Basare und die Häuser waren alt und es gab eine Hauptstraße von der viele kleine Gassen abgingen. Am meisten irritiert hat mich das sich die Autos zwischen den ganzen Menschen durch geschlängelt haben und andauernd am Hupen waren. Denn es gab keine Fußgängerwege, sondern nur die eine Straße.(Später sollte ich erfahren, dass zum Bau einer Straße oder Reparaturen von kaputten Straßen erst eine Genehmigung von Israel benötigt wurde. Doch die israelischen Behörden lassen sich mit diesen Anträgen viel Zeit und genehmigen nur die wenigsten bis keine.)

Diese ganzen Farben auf den Märkten und diese unfassbar riesigen Gemüsesorten einfach alles hat mich sehr fasziniert. Das eine Bild zeigt einen Erdbeerverkäufer und dem haben wir natürlich Erdbeeren abgekauft und das am 1.12.15. (soooo lecker!!). Auch zeigt das eine Bild wie ich versuche Pitas zu backen, versuche trifft es ganz gut denn es kam ein Teigklumpen dabei raus und die Bäcker haben mich ausgelacht. Irgendwie hatte ich egal wo wir unterwegs waren immer das Glück gefragt zu werden ob ich nicht auch mal backen, kochen oder sonst etwas machen möchte 🙂

Bei der Ausreise gab es leider ein paar Komplikationen unsere Reisepässe wurden für 30 Minuten einbehalten und als wir sie wieder bekommen haben wurde uns nicht mal erklärt was los war.

Der zweite Ausflug in die Westbank fand mit Jenn und Salem einem Freund von uns statt. Es ging mit dem Auto nach Ramallah wo wir einen Tag verbrachten und viel durch die Stadt gelaufen sind. Unter anderem waren wir auch an Arafats Grab (Arafat war über drei Jahrzehnte lang Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO).

Auch haben wir bei diesem Besuche in einer Straße in Ramallah einen Buchstand gesehen und haben nichts wissend ein Bild von den Büchern mit arabischer Schrift gemacht und wurden danach auf das Buch „mein Kampf“ angesprochen und gefragt wie wir denn zu Hitler stehen würden.

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Ja wie antwortet man da in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und einer komplett anderen Mentalität. (Ich denke außer Frage steht, dass jeder der das hier liest weiß und bemerkt hat das ich gegen Hitler und seine Ideologien bin.)                                     Ganz perplex antwortete ich, das ich Hitler nicht gut fand, doch in der Haltung und dem Ton den er danach anschlug merkte ich, dass das  nicht wirklich eine schlaue Antwort war. Er fragte weiter warum? Wo rauf hin ich sagte, dass Hitler für einen großen Krieg sorgte und viel Zerstörung nach Deutschland gebracht hat. Er meinte dann, dass ich recht hätte und Krieg schlecht sei doch Hitler ein guter Mann war.

Salem muss auch gemerkt haben, dass das Gespräch nicht so gut verlief und hat den Buchhändler dann auf Arabisch abgewimmelt und wir sind gegangen. Dies ist wohl eine der prägensten Begegnungen für mich geblieben. Wie konnte er in einem Satz Hitler verteidigen und Krieg als schlecht aussprechen. Wie konnte er einen Mann gut heißen der Menschen unterdrückt und ausgebeutet hat und Massen hat ermorden lassen.

Bei unserer Ausfahrt über die Grenze versuchten kleine, vielleicht 10 Jahre alte, im Gesicht mit Dreck verschmierte, Jungs unser Auto zu waschen und uns Luftballons unterzujubeln um ein bisschen Geld von uns zu bekommen. Jungs die um diese Zeit eigentlich in der Schule sein sollten, aber stattdessen Geld für ihre Familie einnehmen wollten.

Meine nächste Reise nach Palästina fand erst 8 Monate später statt als wir Lara, Judy, Salo, Jenn, Liane und ich unsere Freundin Rike in Bethlehm besuchten. Rike hat dort im SOS Kinderdorf ein Auslands Fsj gemacht.

Wir waren am Abend in einer super schönen Bar mit Ausblick auf die Berge welche voll mit Olivenbäumen waren und konnten den Sonnenuntergang von dort genießen.

Leider hatten wir auf unserem Heimweg durch die Altstadt ein nicht so schönes Erlebnis als eine Gruppe von Jungs uns verfolgte und auf Arabisch beleidigten. Sie hatten wohl nicht damit gerechnet das Rike sie verstehen würde und auf die Frage was das soll wurde der eine Junge Handgreiflich und schlug Rike ins Gesicht. Darauf hin wurde er von seinen Freunden zurückgehalten und ein Auto schaltete eine Sirene ein. Die Jungs rannten weg doch zwei von ihnen verfolgten uns noch eine weile und ließen erst später von uns ab.

Aber , wenn wir ehrlich sind hätte uns genau so etwas auch in Deutschland passieren können. Ich wollte es nur erzählen, da ich ja in meinem kompletten Blog immer offen und ehrlich war und euch keine Ereignisse unterschlagen habe.

Am nächsten Tag waren wir morgens, im Singercafe, frühstücken, ein nettes kleines Cafe in Bethlehem in dem ganz viele Nähmaschinen stehen. Dann sind wir noch ein bisschen durch die Stadt. Auch ist  Rike zur Polizei wo sie sehr ernst genommen wurde und die Polizisten sehr hilfsbereit waren. Danach gab es noch einen leckeren Tee und wir sind ein bisschen bummeln gegangen.

Meine nächste Reise nach Palästina war wenige Monate später mit Jenn, Salo und Liane. Wir haben eine Reise von Jenin aus über Nabulus nach Ramala von dort nach Hebron und zum Schluss nach Bethlehem durch ganz Palästina gemacht. Dies war wohl auch die prägendsten aller Palästina Reisen mit den faszinierendsten Begegnungen und spannenden Gesprächen.

Los ging es mit einer super billigen Taxifahrt von Jenin nach  Nabulus mit der Dauer von 1 Stunde für etwa 50 Euro für uns alle. In Nabulus durften wir bei einem Mann übernachten der teilweise schon in Deutschland gelebt hat und dementsprechend auch Deutsch sprechen konnte. Mit ihm hatten wir sehr interessante Gespräche, welche auch sehr zum Nachdenken angeregt haben. Wir konnten über viele bürokratische Sachen sprechen und viel diskutieren und bestimmte Dinge aus anderer Sicht überblicken. Zum Beispiel über das Pflanzen von Bäumen auf öffentlichen Plätzen oder den Bau von Straßen, denn für all das muss erst ein Antrag gestellt werden den Israel dann überarbeitet und in den Meisten fällen ablehnt.

Während wir am erzählen waren hat uns seine Mutter mit über 80 Jahren ein super leckeres Essen bestehend aus Reis Joghurt und Hühnchen gekocht.

Während dem Essen kam es auf Grund von Verständigungsproblemen das ein und andere mal zu witzigen Situationen. Denn die Mutter konnte kein Deutsch oder Englisch und wir kein Arabisch. Als sie Liane Fleisch anbot und diese ablehnte wurde ihr das Hühnchen noch einige Male versucht auf den Teller zu legen. Auch als wir sagen wollten das es uns sehr gut schmeckt konnte Liane sich nur den Bauch streicheln und jammi jammi sagen :). Das zeigt mal wieder das man auch ohne die selbe Sprach zu sprechen bestens miteinander kommunizieren kann !

Nach dem Essen ging es dann in die Stadt wo wir einiges eingekauft haben.Auch wurde ich in einem Laden der Kürbis ein kocht mal wieder gefragt ob ich nicht auch mal kochen möchte und schon stand ich mit dem riesen Löffel da und war am rühren 🙂

Wir waren bis spät Abends unterwegs haben in zwei verschiedenen Läden Knaffe gegessen und waren in einer Shishabar mit einem tollen Ausblick über Nabulus.

Am nächsten Morgen durften wir im Garten Feigen, Granatäpfel und Kaktusfeigen ernten. Das war wirklich super cool und vor allem super lecker!! Normalerweise mag ich Feigen nicht so aber diese selbst geernteten waren soo gut !

Danach sind wir dann mit unserem Gastgeber und einem Verwandten ans Tote Meer gefahren und haben dort 45 Grad „genossen“.

Zum Abend hin ging es dann noch mal nach Jericho wo es gutes Essen gab und wir uns Rosen von Jericho als Mitbringsel für Zuhause gekauft haben.

Als Abschluss wurden wir dann noch bei dem Bekannten auf einen arabischen Kaffee eingeladen haben Shisha geraucht Nüsse gegessen und wieder interessante Gespräche geführt.

Am nächsten Morgen ging es für uns dann per Anhalter weiter nach Ramallah von wo aus wir weiter nach Hebron fahren wollten.

In Ramallah war es sehr voll und irgendwie haben wir den richtigen Weg raus aus Ramallah zum weiter Trampen nicht gefunden und egal wen wir gefragt haben wir wurden zum Taxistand geschickt. Nach fast 2 Stunden haben wir uns dann doch für das Taxi entschieden und auch das war wieder sehr billig!

In Hebron angekommen haben wir auf unsere Couchsurfer gewartet und wurden in der Zeit doch auch sehr gemustert was uns teilweise ein bisschen unangenehm war. Aber wenn man als Tourist in einer Gruppe von 4 Mädchen mit offenen und blonden Haaren unterwegs ist, dann fällt man in einer arabischen Stadt natürlich auf und wird dem entsprechend auch von jedem vorbei laufendem angeschaut und gemustert. Doch auch wir nutzten die Zeit um uns umzuschauen und ein bisschen etwas zu essen.

(Man beachte den Polizisten auf der großen Maschine ohne Helm!)

Als unsere Gastgeber kamen haben wir uns sehr gut mit ihnen verstanden die beiden waren in unserem Alter und wir sind erst mal in ein Cafe gegangen.(Mit Mo habe ich noch heute Kontakt).Ich war sehr irritiert als wir uns nicht einfach irgendwo einen Platz aussuchen durften, sondern über eine Treppe in den oberen Teil des Cafes mussten. Doch es wurde uns gleich erklärt das der untere Teil ausschließlich für Männer ist und Frauen in den oberen Teil müssen. Ich war weiterhin irritiert aber so ist das halt und auch an so etwas muss man sich gewöhnen. Doch erst durch solche Erfahrungen bekommt man Einblick in andere Kulturen und lernt sie kennen.

Hier habe ich mit Abstand die leckersten Lemonnana getrunken !! Getränk aus Lemonen und Minze und in meinem Fall mit Orange.

Dann mussten wir uns zwei und zwei aufteilen, da wir in verschiedenen Häusern schlafen würden. Für mich und Jenn gabs erst mal noch was zu essen und zum Nachtisch jede Menge süße Gebäcke. (dezente Übelkeit haha)

Am nächsten Morgen ging es früh los denn wir hatten in Hebron einiges vor. Zum einen wollten wir zu den Gläsern und Keramik Fabriken und in eine große Weberei. In der Glasfabrik haben wir ziemlich viel Zeit gebraucht das Richtige zu finden. Vor allem ich konnte mich nicht so recht entscheiden 🙂

Danach ging es voll gepackt durch die ganze Stadt zur Weberei wo weiter eingekauft wurde 🙂

Jetzt ging es weiter nach Bethlehem wo wir auch Rike wieder trafen und alle zusammen zum international British Institute gingen wo Mo unserer Couchsurfer Englischunterricht gibt. Wir wurden in eine Englischstunde eingeladen und durften, da an diesem Tag Esstag war selbst gemachte Spezialitäten mit essen. Die Klasse bestand aus etwa 9 Schülern von denen die meisten junge Mädchen waren die unbedingt Englisch lernen wollten. Nun ging es für uns in die Uni in Bethlehem wo wir uns mit Asma H Sbeih trafen und ein bisschen was anschauen durften.

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Auf unserem Rückweg in die Stadt sind wir an einer Straßenbarrikade vorbei gefahren die uns schon ein wenig beunruhigt hat.

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Zum Schluss unseres Palästinatripps ging es noch an die Mauer wo wir uns viele Grafite angeschaut haben und am ende sogar selbst Sachen an die Mauer gesprüht haben.

Viele der Grafite waren sehr beeindruckend und auch traurig vor allem aber haben sie gezeigt wie gerne Palästina frei sein möchte und die Mauer zeigt das Menschen  weg gesperrt werden. Auch war es sehr interessant zu sehen das aus vielen Ländern der Erde Sprüche an die Mauer gesprüht wurden die ermutigen sollten und zeigen das viele Menschen gegen diese Mauer und für den Frieden sind.

Auch sind hier tolle Bilder von Jenn und mir entstanden.

Mein letzter Ausflug nach Palästina war ein Wochenende mit Liane. Zusammen sind wir nochmal nach Bethlehem und haben dort Mo und Rike getroffen und sind mit ihnen und ein paar anderen zu einem alten Kloster gefahren.

Übernachtet haben waren wir bei einer Freundin von Mo die uns mit einem Kommentar zu ihrem Kopftuch doch ein wenig verunsichert hat. Sie meinte zu uns das sie sich wünscht auch so frei herum zulaufen können wie wir, weil es doch immer sehr heiß ist worauf hin wir meinten ob sie es nicht frei entscheiden durfte. Dann brachte sie den Vergleich mit einer Obstschale die ohne Netz bedeckt ist und wo die Fliegen immer an das Obst gehen und eine Obstschale mit Netz wo die Fliegen nicht direkt ans Obst kommen. Danach waren wir wirklich sehr verunsichert!

Am nächsten Tag haben wir dann Mo getroffen sind noch mal in ein Cafe und Knaffe essen gegangen und mussten uns dann verabschieden.

Ich persönlich weiß bis heute nicht wirklich was ich zu all dem sagen soll. Auf beiden Seiten dieser Mauer habe ich Freunde gefunden, Menschen die mir wichtig sind. Auf der einen Seite werden israelische Jugendliche ihr ganzes Leben lang auf einen Nationalstolz getrimmt sind verpflichtet in die Armee zu gehen und bekommen einen unglaublichen Hass gegen Palästina anerzogen ohne das dieser hinterfragt wird. Auf der anderen Seite haben wir Palästinenser die natürlich ihr Land und ihre Familien beschützen wollen und nach Freiheit dürsten.

Ich finde es schrecklich, dass Jugendliche sich dafür entscheiden das Land mit allem zu verteidigen was sie aufbieten können um einen Jahrelangen Krieg am Laufen zu halten und das natürlich auf beiden Seiten der Mauer. Natürlich muss ich immer wieder daran denken, dass ich als Außenstehende eine ganz andere Sichtweise auf alles habe ich habe in diesem Krieg niemanden verloren und auch keine Geschichten über Urgroßeltern oder Großeltern die in diesem Krieg schlimmes erlebt haben.

Meiner Meinung nach und ich weiß diese Lösung wäre viel zu einfach und pauschal sollte Israel Palästina einfach dieses Land überlassen und alles wäre gut! Großen Verlust würden sie dadurch nicht machen, aber die Angst Macht zu verlieren ist wohl leider größer. (Ja an manche Probleme kann man leider nur mit naiven klein Mädchen Vorstellungen, weil es ansonsten riesen ausführliche Gedankengänge wären die man doch am besten in Gesprächen ausdrücken kann )

Und doch ich finde es schrecklich wie Menschen aus Palästina unterdrückt und gedemütigt werden und sich in ihrer eigenen Heimat wie ein Fremder und Verfolgter fühlen müssen.(Und wenn wir ehrlich sind ist es doch genau das was das israelische Volk selbst schon durch gemacht hat). Allein das Palästinenser um zu fliegen erst die Strecke nach Jordanien hinter sich bringen müssen und sämtliche Sicherheitschecks mit machen müssen um weg fliegen zu können und in Folge dessen sogar ihre Flüge teilweise verpassen macht mich sehr sauer! So geht man nicht mit Menschen um!!

Abgesehen davon habe ich viele Palästinenser kennen gelernt die gerne Israelis wären und einfach nur Frieden wollen und vor allem Freiheit !! (Alleine unsere deutschen Pässe in der Hand zuhalten hat eine Euphorie und Sehnsucht in ihnen ausgelöst. Ist es nicht verrückt wie selbstverständlich wir alle unseren Pass nehmen und die Möglichkeiten die er uns bietet?)

Hier zu noch ein Zitat von Einstein:

„Jeder Idiot kann die Dinge kompliziert machen. Das Geniale ist es, sie zu vereinfachen“

Ich möchte mich zum Ende dieses Blogeintrages auf keine Seite stellen oder ein Fazit ziehen und doch hoffe ich, dass er zum Denken anregt. Dieser Krieg der schon so viele Familien zerstört und zerrissen hat muss doch irgendwie irgendwann zu einem Ende kommen. Ich hoffe sehr das es irgendwann eine Lösung geben wird.

Ich kann mich auch deshalb nicht auf eine Seite stellen, weil ich beides Israel und Palästina als so wunderbare  Länder kennen lernen durfte und auf beiden Seiten der Mauer Freundschaften geschlossen habe und Liebe erfahren habe. Doch nicht nur das ich habe in meinem Jahr so viel Gastfreundschaft wie noch nie zu vor in meinem Leben erfahren.

Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen ich konnte über vieles was in Israel passiert ist nachdenken und vieles überdenken. Ich konnte erst jetzt damit anfangen all die Eindrücke wahrzunehmen und zu verarbeiten. Ich kam zurück und fiel in meinen alten deutschen Trott und  alles schien wieder selbstverständlich zu sein wie davor. Doch irgendwie war ich nicht mehr die selbe die in diesen Trott passt.

Meine Arbeit in Israel und auch das letzte halbe Jahr an der Förderschule haben mich darin bestätigt einen Beruf mit Menschen mit Behinderung anzustreben und seit letztem Sonntag lebe ich in Landau und werde hier Förderschullehramt studieren.

Vielen Dank euch und Ihnen allen für das Verfolgen meines Blogs und die ganze Unterstützung dies war er nun mein Abschlusseintrag. (Vielleicht kommt Ende August noch mal ein kleiner denn da bin ich zu Besuch in Israel:)

Macht s gut Ihr Lieben

eure Ronja

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Was bisher geschah…

Hallo ihr Lieben ich weis lang, lang ist´s her:)

Seit ich wieder da bin ist vieles passiert.

Ich war auf mehreren Seminaren und habe ein neues Fsj angefangen, welches mir großen Spaß macht 🙂

Ein paar Wochen nach meiner Rückkehr ging es für mich und viele andere Volos von Beit Uri zu unserem Nachbereitungsseminar in Rottweil. Dort haben wir nochmal viel über das Jahr gesprochen, was für mich noch sehr verfrüht war, da ich froh war wieder zuhause zu sein und bei meiner Familie und Freunden zu sein und auch noch nicht wirklich etwas über mein Jahr in Israel sagen konnte. Trotzdem war es sehr schön ein paar unsere alten Teamer und natürlich die anderen Freiwilligen wieder zu sehen 🙂

 

Einige Wochen später ging es weiter mit dem Engagement- Kolleg in Amelinghausen oben im Norden.Ich habe mich für ein Kochseminar entschieden wo ich dann Fredi eine andere Volontärin aus Israel wieder sehen konnte und wir beiden hatten, auch mit den anderen Freiwilligen die quer über die Welt verteilt waren, viel Spaß. Innerhalb des Seminars haben wir in Gruppen für einander gekocht und sogar bei der Ernte auf dem Demeterhof,  auf dem wir gewohnt haben, geholfen.

 

Außerdem habe ich am 04.10.16 ein weiteres Fsj begonnen. Dieses mache ich an einer Förderschule und bin sehr begeistert!!! An der Schule gibt es sowohl Schüler mit Geistigenbehinderungen als auch Kinder mit Lernbehinderungen. Das Konzept solcher Schulen begeistert mich total und ich bekomme soviel Lob und Zuspruch für meine Arbeit dort, dass ich sogar in Erwägung ziehe Sonderschulpädagogik zu studieren.

Natürlich könnte ich meine Arbeit an der Schule nicht so ausführen hätte ich nicht mein Jahr in Israel erlebt und von dort viele Erfahrungen mitgebracht.

Die Sehnsucht nach Israel war in den letzten Monaten nicht so groß, natürlich habe ich meine Member vermisst! Doch erst jetzt kommen nach und nach Erinnerungen hoch die mich ab und an, eine gewisse Sehnsucht spüren lassen. Allerdings stehe ich nach wie vor mit vielen Freunden aus Israel und der Zeit in Verbindung und bekomme so natürlich stetig Berichterstattung 🙂 Auch habe ich sogar schon mit einigen meiner Member telefonieren können oder habe Sprachnotizen bekommen. Ich würde dieses Jahr für nichts wieder her geben und bin sehr dankbar für alle meine Erfahrungen und die Erweiterung meines Sichtfelds auf viele Themen bezogen, aber gerade ist es gut wieder Zuhause zu sein und sich hier wieder an neue Herausforderungen zu machen.

Es grüßt eure sehr zufriedene und noch bisschen gebräunte

Ronja

Ps: Bald und dieses mal wirklich bald kommt mein letzter Blogeintrag zu dem Thema Palästina . Wohl eines der Wichtigsten Themen mit denen man sich in seinem Auslandsjahr in Israel beschäftigt:)

wieder Zuhause

Hallo ihr Lieben

Am 25.08 haben Liane und ich uns zusammen auf den Rückweg gemacht es ging also um 8.00 Uhr von Israel nach Istanbul und dort mit 1 Stunde Verspätung weiter nach Frankfurt.

Wieder in Deutschland angekommen wurden wir am Frankfurter Flughafen von unseren Familien und Freunden herzlichst begrüßt !!! 🙂

Mir ging es hier in den ersten Tagen sehr gut und ich genieße es meine Freunde und Familie wieder zu sehen!!

Bald kommt noch ein etwas tiefer gehender Eintrag über meine Gefühle vor allem auch in den letzten Tagen in Israel. Hierzu möchte ich mir aber noch ein bisschen zeit nehmen um alles gut darstellen zu können.

Liebe Grüße

Ronja 🙂

376 Tage später

Die Tage sind gezählt, die Koffer gepackt und der Flieger geht in 8 Stunden.

Den gestrigen Tag habe ich mit Abschiednehmen verbracht viel geweint und mich doch auch auf Deutschland gefreut ! Jetzt heiß es 5 Stunden warten bis der check in beginnt, aber zum Glück bin ich nicht alleine unterwegs 🙂

Mehr über den Abschied und die letzte Zeit erfahrt ihr wenn ich wieder in Deutschland bin 🙂

Bis ganz bald ihr Lieben!!

eure mega aufgeregte Ronja

Surfen , Steh Yakot und das Ende rückt näher

Hallo an Alle 🙂

In den letzten 2 Wochen haben Liane, Salome und ich ein bisschen Surfunterricht genommen was uns sehr viel Spaß gemacht hat! Die einzelnen Schritte wurden gut erklärt und es waren sogar kleine Erfolge sichtbar immerhin hat es jeder von uns geschafft auf dem Bord zu stehen und von einer Welle getragen zu werden.

Wir haben den Kurs mit der Chilli Surf School in Tel Aviv gemacht wo uns vor allem die detaillierte Erklärung und das eingehen auf jeden einzelnen sehr gut gefallen hat. Auch der Preis, welcher bei 150 NIS für 1,5 Stunden lag war voll in Ordnung!

Hier der Link falls mal jemand Lust auf gute Surfstunden hat 🙂

http://chilli-surf-school.com/

 

Auch war ich die letzte Woche mit dem Kinderhaus auf einer kleinen Freizeit in Steh Yakot. Hier waren mehrere Jugendliche im alter von 15-18 Jahren, welche sich bei unterschiedlichen Freizeitaktivitäten um unsere Member gekümmert haben.Wir waren am Strand, Kajak fahren auf dem Jordan und im Schwimmbad. Es war außerdem das letzte mal das Judy eine andere Volontärin und ich zusammen gearbeitet haben denn leider wird sie morgen ihren Heimweg antreten.Sowohl wir als auch die Kinder haben die Zeit sehr genossen. Auch war es unsere letzte Zeit mit Shoshana einer israelischen Freiwilligen denn auch sie hat ihren Dienst in Beit Uri letzte Woche beendet.

Ansonsten hatte ich Geburtstag und wir waren alle zusammen auf unserem Berg dem Givat um dort von 11. auf 12. die Sternschnuppen Nacht zu genießen.

Und dann musste man plötzlich Abschied nehmen, denn Jennifer und Salo haben ihr Auslandsjahr beendet und sind zurück nach Deutschland geflogen. Sie sind in diesem Jahr sehr gute Freunde für mich geworden und der Abschied fiel uns allen nicht leicht :/

Ich bin vermutlich diejenige, welche sich am meisten von allen auf das Ende des Jahres gefreut hat und doch hat mich dieses plötzliche Ende der Abschied und all das jetzt doch ziemlich erschrocken. Das diese Zeit plötzlich um sein soll und man allen tschüss sagen muss ist doch ziemlich seltsam!!

Heute und morgen werden Miri und Judy sich auf den Weg nach Deutschland mach und die neuen Volontäre kommen nach und nach in Beit Uri und auch mein Abflug rückt immer näher. Ich möchte mich jetzt schon mal bei den ganzen anderen Volos für dieses Jahr und die Zeit mit euch bedanken!!!

So ihr Lieben ich melde mich bald wieder bis dahin schicke ich noch etwas Sonne nach Deutschland denn davon haben wir hier ganz viel 🙂

eure Ronja

 

 

 

der Abschied rückt näher

Hallo ihr Alle

das letzte Wochenende habe ich mit meiner Austauschfamilie verbracht. Es war mein letzter Besuch bei ihnen für dieses Jahr und auch erst Mal für die nächste Zeit. Ich habe dieses Wochenende so genossen jedesmal wenn ich bei Familie Lavi das Haus betrete fühle ich mich sofort heimisch:) !!! Ja es ist eindeutig ein Teil Familie den ich sehr schätze und welcher mir sehr wichtig ist. Wir hatten am Freitag ein schönes Abendessen, mit ganz viel super leckerer selbst gemachter Pizza und tollen Cupcakes sowie einem leckeren Kuchen zum Nachtisch, mit der ganzen Familie. Am Samstag sind Rotem ihr Bruder und ich dann noch zusammen an den Strand und haben die Sonne genossen. Den Nachmittag habe ich dann eine Serie mit allen zusammen geschaut und es war wie ein Sonntag Mittag mit meinen Eltern auf dem Sofa 🙂

Ich bin wirklich so glücklich sagen zu können eine Familie in Israel zu haben bei welcher ich immer Willkommen bin und bei der ich mich so geborgen fühle!

Vielen Dank für die schöne Zeit mit euch und bis hoffentlich ganz bald! Toda Raba!

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Euch auch bis ganz bald Grüße

Ronja

Noah

In der vergangenen Woche haben wir mit einer Großen Show, an der ganz Beit Uri beteiligt war und zu der Eltern und Verwandte zu Besuch kamen, an Noah und die Arche gedacht. Dargestellt wurden Vögel, Giraffen,Marienkäfer, Ameisen, ein Unwetter und vieles mehr. Auch ich war beteiligt und habe mit ein paar anderen Freiwilligen und Membern im Orchester das Stück musikalisch begleitet. Es gab in der Woche davor viele Proben und dem dem entsprechend auch viel Stress!!

Am Ende gab es zwei tolle Aufführungen und alles lief reibungslos ab!

Leider ist das Bild mit den Marienkäfern das einzige auf dem keine Member zu erkennen sind.

Auch wurden wir bei dieser Gelegenheit, für uns leider total überraschend weshalb von uns auch nichts vorbereitet war, verabschiedet. Jeder hat eine Karte und eine Kleinigkeit aus dem Keramik- und  Kerzenworkshop bekommen.

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keine Angst, dass ist nur Henna 🙂IMG_1500

Auch wir fangen langsam an Abschied zu nehmen denn mit der Noah Aufführung haben die Ferien angefangen und es gibt keine Arbeit in den Workshops oder der Schule mehr. Dem entsprechend arbeitet man nur noch im Haus und sieht seine anderen Member nicht mehr so oft. Auch fliegen die ersten Volontäre schon am 13.08 ab und die Zeit scheint immer schneller zu vergehen.

Ich persönlich freue mich auf das Ende meines Jahres ich habe hier viel gesehen, erlebt und vor allem gelernt doch jetzt ist es langsam genug. Ich habe das Gefühl, dass ich nun wieder etwas Anderes brauche, dass das Alles hier nun vorbei ist. Es ist schwer meinen derzeitigen Gefühlszustand zu beschreiben, aber ich merke, dass ich nicht mehr hier sein muss ich freue mich meinen Platz an die neuen Volontäre abzugeben. Mir werden meine Member sobald ich zurück bin unglaublich fehlen und doch weis ich, dass es für mich gut ist bald wieder zuhause zu sein.

Soviel bis hier hin bis bald

eure Ronja

Ein mal sehen wir uns wieder

Du bist nicht weg, du bist nur wo anders

Du bist nicht weg, du bist nur eingeschlafen

Du bist nicht weg, du hast es jetzt geschafft

Du bist nicht weg, du hast jetzt deinen Frieden

Du bist nicht weg, du hast nur deinen Körper verlassen

Du bist nicht weg, du bist jetzt bei Opa

Ihr seid nicht weg, ihr seit nur wo anders

Ihr seid nicht weg, ihr habt euch jetzt wieder

Ihr seid nicht weg, ihr lacht jetzt zusammen

Ihr seid nicht weg, ihr passt auf uns auf

Ihr seid nicht weg, ihr wartet auf uns

Ihr seid nicht weg, ihr seid nur wo anders

Leider ist am gestrigen Abend, nach einem Monat in dem sie noch mal all ihre Kraft zusammen genommen hat und einfach nicht gehen wollte, meine Oma verstorben. Ich bin froh das ich sie vor 3 Wochen nochmal gesehen habe und mich verabschieden konnten. Nach dem sie einfach nicht gehen wollte und man sehen konnte das sie sich quält sind wir jetzt sehr erleichtert, dass sie es geschafft hat los zu lassen.

Die Vorstellung nach Hause zu kommen und meine Großeltern sind nicht mehr da macht mich unfassbar traurig. Meine Großeltern die alles für mich getan haben mit denen ich aufgewachsen bin, von denen ich heimlich Geld zugesteckt bekommen habe, bei denen ich bis spät am Abend Fernsehen schauen durfte bei denen ich generell alles machen durfte was ich wollte, sind nicht mehr unter uns.

Das beide, mein Opa und meine Oma, versterben mussten während ich in Israel bin ist unglaublich hart für mich. Jetzt nicht bei meiner Familie sein zu können schon das zweite mal ohne sie damit klar zu kommen ist für mich sehr schwer.

Ich hatte so unglaublich tolle Großeltern bei denen ich mich von Herzen für die schöne Zeit mit ihnen bedanken will. Ich habe so schöne Erinnerungen mit euch und ihr werdet immer irgendwie da sein!

Ich bitte auch dieses mal wieder darum in Folge dieses Blogeintrages nicht mit Nachrichten überschüttet zu werden denn dafür ist dieser Blogeintrag nicht gedacht!

Ich wünsche euch allen einen schönen Donnerstag und morgen ein schönes Wochenende!!

Bis ganz bald eure Ronja

Die Hochzeit, Timna, Shawuot und Tabgha

Am 3.06 um 6:00 Uhr ging ein Flugzeug mit mir an Board nach Frankfurt 🙂 Denn ich bin als Überraschung auf eine Hochzeit geflogen. Dieser kleine Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich habe sogar den Regen genossen den alle anderen schon nicht mehr sehen konnten 🙂

Eine Überraschung war es vor allem für das Brautpaar, da ich diesen zuvor abgesagt hatte.

Vielen Dank an Lisa und Georg das Brautpaar es war so super schön !!!

Natürlich wurde die Zeit in Deutschland auch genutzt um meine Oma zu besuchen und Anne zu sehen 🙂

(Mein Rückflug am 06.06 begann dank der Kontrolle durch El Al bei der angeblich Sprengstoff ähnliche Substanzen an meinem Rucksack gefunden wurden und eine Körperkontrolle nur in Unterwäsche nicht wirklich gut. Auch wurde eine Dreiviertelstunde nicht mit mir gesprochen und ich habe mich einfach nur gedemütigt gefühlt. Ich kann das alles nach den vielen  Anschlägen auch verstehen und trotzdem fühlt man sich, nach fast 10 Monaten in denen man in Israel lebt und arbeitet, irgendwie wieder komplett fremd und ausgegrenzt)

Kurz nach dem ich wieder in Beit Uri war feierten wir Shawuot also Erntedank. Auch dieses mal habe ich wieder beim Bühnenprogramm mitgewirkt.

 

Am letzten Wochenende waren Liane,Jenn, Salo und ich bei 42 Grad im Timnapark wandern, sowie in Eilat schnorcheln und am red Ganyon nochmal wandern.

 

Insgesamt sind wir wohl zwischen 40-50 km gelaufen und wurden bei der Hitze von jedem für verrückt gehalten 🙂

 

Vielen Dank für das tolle Wochenende mit euch !!!

Dann bleibt nur noch von diesem Wochenende zu berichten, welches ich am See Genezareth in Tabgha verbracht habe. Das Wochenende habe ich allerdings nicht nur mit Volontären verbracht sondern mit dem gesamten Kinderhaus also meiner Arbeit 🙂

(Leider kann ich von den Membern wie gewöhnlich keine Bilder reinstellen allerdings haben Judy, Lara, Jenn zwei Freunde und ich einen Ausflug in in einen Nationalpark gemacht.)

Langsam wird einem wohl bewusst das die Zeit hier vorüber geht und einem nicht mehr viel Zeit hier in Israel bleibt. Auf der einen Seite ist das natürlich sehr traurig und wird sicher schwer das Alles, die Member, die andren Volos und dieses tolle Land zu verlassen und doch muss ich sagen das ich mich sehr auf Deutschland, meine Familie und meine Freunde freue!

Also wird jetzt natürlich die restliche Zeit noch mal ausgenutzt und genossen!!!

Bis ganz bald mit neuen Bildern

eure Ronja

Ps: Vielen Dank an Liane und Jenn für die tollen Bilder!!

Die letzten drei Wochen (Mama,Papa,Melissa, Nisha, Urlaub, Feiertage)

Der Urlaub mit meinen Eltern, Melissa und Nisha

Hallo ihr Lieben

in den letzten drei Wochen ging es bei mir drunter und drüber. Am 24.4 sind meine Eltern am Abend in Tel Aviv gelandet um ganze drei Wochen bei mir in Israel zu sein. In dieser Zeit haben wir viel gesehen und erlebt.

In der ersten Woche haben wir alles mögliche in der Umgebung von Afula unternommen, da ich am Vormittag immer gearbeitet habe. Unter anderem waren wir im Nationalpark Gan Hashlosha, auf dem Mt. Tabor, in den Golan Hights wandern, in Haifa und Akko so wie in Nazareth. (Allein Nazareth als arabische Stadt fanden meine Eltern von der Mentalität schon komplett anders als die ganzen anderen Städte)

 

Alles in allem war die erste Woche sehr entspannt und ich konnte meinen Eltern viele schöne Plätze im Norden Israels zeigen. Was sie auch sehr überrascht hat war das gute und viele Essen, dass es in Israel gibt, da ich mich immer beklage. Allerdings hat man als Volontär auch nicht das Geld immer gut Essen zu gehen!! (Hier ein Danke für das wirklich tolle Essen in den Wochen mit euch)

Als Nächstes ging es für uns in die Stadt der Städte Israels, nach Jerusalem. Hier wurde es meinen Eltern mit all den Menschen und den ganzen verschiedenen Eindrücken der verschiedenen Stadtteile so wie dem riesen Basar schnell zu viel 🙂 Auch die ganzen Pilger, welche Handtücher und sonstige Gegenstände am Stein der Salbung reiben waren für meine Eltern etwas eher befremdliches.

In Jerusalem wurden sämtliche Wahrzeichen wie etwa die Klagemauer der Felsendom und die Grabeskirche besichtigt . Unter anderem sind wir auch einen Teil der Stadtmauer lang spaziert und natürlich wurde auch mein Schalladen wieder besucht und einiges schönes mitgenommen:) Ebenso haben wir den Mahanemarkt besucht und dort Früchte, Zerealien und Kaffee gekauft. Alles in allem hat es meinen Eltern gut gefallen und doch waren es sehr viele Eindrücke die sie verarbeiten mussten.

(Auf dem einen Bild ist eine Visitenkarte vor der Klagemauer zu sehen, bei welcher es sich um die Karte für einen Firmling unserer Gemeinde handelt.)

Nach unserer Zeit in Jerusalem sind dann am 05.05 meine Schwester Melissa und ihre Freundin Nisha zu unserer kleinen „Reisegruppe“ dazu gestoßen. Nach zwei Entspannungstagen meiner Eltern im Kibbutz Ein Gev ganz allein ging es dann am 08.05 mit einem Stopp im Nationalpark Megiddo auf  in den Süden Israels. Wo wir im Kibbutz Yahel, in welchem meine Schwester vor 10 Jahren mal eine kurze Zeit lang gearbeitet hat, übernachtet haben.

 

Megiddo

Megiddo der Ort, der in der Bibel auch als Armageddon bezeichnet wird (Offenbarung 16,14-21). Der heutige Megiddo National Park umfasst den historischen biblischen Hügel von Megiddo er ist am westlichen Eingang zum Jezreel Tal in Unter-Galiläa und damals wie auch heute wichtigen Straßenkreuzung gelegen.

Schon zu Beginn des 3. Jahrtausend v. Chr. war Megiddo  eine befestigte Stadt. 1.000 Jahre später wurde es Zentrum der ägyptischen Herrschaft über Kanaan. Strategisch war es zu damaliger Zeit von größter Bedeutung, denn es verband das Ende des Iron Valley im Herzen der Via Maris, die Ägypten und Damaskus verband.

Pharao Thutmoses III. vereinnahmte Megiddo 1468 v. Chr. und versuchte seine Vormachtstellung landesweit zu festigen. Die Israeliten nahmen Megiddo in der Zeit König Davids ein und während der Regentschaft von König Salomon wuchs die Stadt.

Im Jahre 924 v. Chr. zerstörte Pharao Shishak Megiddo, jedoch wurde die Stadt wieder aufgebaut. Der assyrische König Tiglath-Pileser III übernahm Megiddo 732 v. Chr. und nach der persischen Periode verließen die Einwohner Megiddo und die Stadt zerfiel. In der  Bibel wird Megiddo als Armageddon identifiziert, dem Schauplatz des Endes aller Tage (Offenbarung 16,14-21).

 

Vom Kibbutz machten wir uns am nächsten Tag mit unserem Auto auf den Weg nach Eilat am Roten Meer. Hier besuchten wir ein großes Aquarium mit sämtlichen Fischen unter anderem Haien und auch einer  Vielzahl von Korallen. Nach dem Besuch im Aquarium sind wir dann Schnorcheln gegangen was mein absolutes Highlight des Urlaubs war. So viele verschiedene und vor allem bunte Fische habe ich noch nie gesehen, nicht einmal beim Tauchen.

 

Am Tag danach ging es vor unserer Reise nach Ein Gedi noch in den Timna Nationalpark.

 

Der Timna Nationalpark erstreckt sich auf eine Fläche von 60 Quadratkilometern und bietet dem Besucher eine unglaubliche Fels- und Wüstenlandschaft als auch eine vielseitige Tierwelt. Auch Kupferminen sowie Hieroglyphen werden dem Besucher geboten.

Timnas Geschichte

Etwa 5500 v. Chr. wurde in Timna Park Kupfer enteckt und war seit dem Gegenstand ägyptischer Bergwerksexpeditionen. Diese ägyptischen Bergwerke sind die ältesten Metallbergwerke der Welt. Auch die Ruinen der Schmelzanlagen zählen zu den ältesten der Welt. Es wurde festgestellt das die Bergwerke mit unterbrechungen genutzt wurden. Gegen 4500 v. Chr. brach  der Bergbau von Timna für drei Jahrtausende ab, um gegen 1300 v. Chr. durch die Ägypter wiederbelebt zu werden. Etwa 50 v. Chr. nahmen die Römer den alten Bergbau wieder auf.

1937 wurden die alten Bergwerke sowie ein Hathortempel (Hathor eine Göttin der ägyptischen Mythologie nahm in den Anfängen noch den Rang einer Lokalgöttin an stieg aber später zur Himmelsgöttin des Westens auf und war unter anderem Totengöttin, Göttin der Liebe,des Friedens,der Schönheit, des Tanzes, der Kunst und der Musik.) wieder entdeckt. 

Weiter ging es dann nach Ein Gedi wo wir im Ein Gedi Hostel übernachtet haben und im Nationalpark wandern waren. Im Ein Gedi Nationalpark gibt es verschiedene Strecken die man teilweise auch durchs Wasser laufen kann und am Ende mit einem Wasserfall und Gumpen belohnt wird. Wir haben uns für die Strecke des Wadi Arugot entschieden und fanden es sehr schön.

 

Da das Tote Meer und Massada nur 30 min von Ein Gedi entfernt sind haben wir uns das auch noch angeschaut und sehr genossen.Für meine Eltern war der Urlaub dann auch schon vorbei und nach drei Wochen in ganz Israel von Nord nach Süd mit so vielen verschiedenen Eindrücken war es wohl auch genug. Beiden hat es hier gefallen und doch gab es auch viele Dinge die sie nicht nachvollziehen konnten. Auch das Wetter was uns bis zu 40 Grad beschert hat war für die beiden Anfang Mai eine richtige Überraschung. Der Urlaub mit meiner Familie war wirklich toll und es gab auch viel Neues für mich was ich mangels eines Autos sonst eher schlecht erreichen kann.

Auch hat meine Familie die Familie meiner Austauschschülerin Rotem bei einem Shabbatessen kennen gelernt was für alle ein sehr schöner Abend war!!

Melissa und Nisha sind noch eine Woche länger geblieben und haben in der Zeit noch den Norden erkundet. Beiden hat der Urlaub hier gut gefallen 🙂

Doch nicht nur Familie war zu Besuch auch Christian ein Arbeitskollege meiner Mutter und sein Mann Sven waren bei mir in Beit Uri zu besuch und wir konnten sie im Cafe Galleria ein bisschen bewirten.

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Da die Beiden am Anfang der Planung ihrer Reise noch ein bisschen besorgt waren, habe ich mich sehr gefreut, dass sie nach einem Gespräch zur Lage, mit mir, ihre Reise haben wahr werden lassen und wir uns sehen konnten !

Waldfestival

Vom 19-21.05 sind wir Volontäre alle auf ein Festival wo wir mit genug Essen und trinken gezeltet haben. Vom Musikalischen war für jeden etwas dabei von Raggea über Rock bis hin zu Pop.

Der Holocaust Gedenktag

Am 05.05 fand in Israel der Holcaust Gedenktag Jom haSchoah statt. Um 10:30 versammelten sich alle Bewohner und Worker Beit Uris in der großen Halle und es gab eine kleine Zeremonie sowie eine Schweigeminute, welche in ganz Israel um 11 Uhr abgehalten wurde.

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Das war es erst Mal wieder aus Israel!!

Grüße Ronja